Etappenbeschrieb: 5. Etappe: Marbach / Schangnau – Brienzer Rothorn

Die Königsetappe! Zwischen Hohgant und Schrattenfluh hindurch zu den Moorgebieten von Sörenberg und hinauf aufs Brienzer Rothorn (2350 m.ü.M.). Mit der Marbachegg-Bahn kann die Etappe etwas abgekürzt werden. Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel Kemmeriboden-Bad oder Berggasthaus Salwideli, wie auch ein Abstecher nach Sörenberg, erlauben eine zusätzliche Etappierung.

Wanderzeit: 9-10 Std.

Höhenprofil der Etappe 5, Marbach - Brienzer Rothorn:

Hoehenprofil Etappe 5

Wanderland Höhenprofil der 5. Etappe als pdf (107 KB) Externer Link

 

Etappenbeschrieb Marbach oder Schangnau – Kemmeriboden – Brienzer Rothorn

Text: Werner Langenegger. Überarbeitung: Werner Stirnimann

Die Königsetappe! Zwischen Hohgant und Schrattenfluh hindurch in die ausgedehnten Moorgebiete von Sörenberg und hinauf aufs Brienzer Rothorn (2350 m. ü. M.). Mit der Marbachegg-Bahn kann die Etappe etwas abgekürzt werden. Diverse Übernachtungsmöglichkeiten unterwegs erlauben eine weitere Etappierung. (8 bis 9 Std.)

Variante Marbach – Marbachegg – Kemmeriboden-Bad

Vom Dorf Marbach zur Talstation der Gondelbahn Marbach – Marbachegg. Wer nicht die Gondelbahn als Abkürzung benützen will, biegt nach weiteren 200 Metern auf der Kantonsstrasse nach links ab. Auf gut markiertem Weg über Weiden nach Unter und Ober Sidenmoos. In steilen Kehren durch den Wald auf die Sonnenterrasse Marbachegg.

Vom Restaurant Eigerblick in östlicher Richtung nach Ober Hochsitili hinunter und weiter über Wittenfären zu Pt 1303 m. Nun auf der vom Dorf Marbach kommenden Güterstrasse über Chadhus zu den westlichen Steilhängen der Schrattenflue (→ Hirsegg / Flühli – Hengst – Alp Imbrig). Wir verbleiben noch ca. 300 Meter auf der Strasse, dann westwärts zur Ober Habchegg 1407 m. Die Weide hinunter zur Alp Lauizug und auf gutem Waldweg durch einen wilden Graben zum Schibenhüttli. Über die Kantonsgrenze Luzern-Bern zu den Alpen Chemmeri hinab. Nochmals eine kurze Steilstufe durch den Wald, und wir befinden uns am jungen Lauf der grossen Emme. Der Wegweiserstandort Kemmeriboden-Bad (976m) weist auf die vielfältigen Wandermöglichkeiten hin.

Variante Schangnau – Kemmeriboden-Bad

Gegenüber dem Gasthof Löwen befindet sich der Wegweiserstandort Schangnau (930 m). Wir wählen die Route über Bumbach – Kemmeriboden-Bad. Erst ein kurzes Stück auf der Strasse gegen Tal, über den Färzbach, dann links hinunter. An einem Hof vorbei, der Wiesenpfad führt dann in die Strasse nach Eriz. Den noch jungen Lauf der Grossen Emme überqueren wir über die gedeckte Mülibrücke. 1998 ist diese älteste „Hüslibrücke“ in der Gemeinde Schangnau (Baujahr 1866) durch eine neue Holzbrücke erstetzt worden.

Nur bis zum Hof Schwarzbach auf 930 m bleiben wir auf der Erizstrasse. Geradeaus weiter in Richtung Bumbach, das Strässchen quert das Schwarzbachtobel. Ein schöner Wiesenweg führt zum Hof Unter Buhütte (918 m). Ebenwegs weiter und nochmals durch ein wildes Tobel, dann in den Talboden, am Campingplatz vorbei zur Büetschlibrücke (912 m). Im Bumbach stehen eine ganze Reihe gut erhaltener, gedeckter Holzbrücken. Leider wurde eine davon bei den Hochwassern von 2014 weggerissen.

Dominierend im nun sich verengenden Bumbachtal der markante Felskopf des Schibengütsch, die Chemmeribodenflue als Ausläufer des Hohgant, dazwischen die Bergkette des Brienzergrates. Durchwegs erfreuen wir uns an guten Naturwegen über Matten, durch Wald, entlang der Bachauen bis zum behäbigen Kurhaus Kemmeriboden Bad.

Der weitere Aufstieg zum Salwideli (1353 m) ist identisch. Der Wegweiser beim Brückenkopf weist entlang der steilen Südflanke der Schrattenflue zum Schneebärgli (1215 m). Tief im unzugänglichen Waldtobel rauscht der Bärselbach der Emme zu. Ansteigend auf gutem Alpsträsschen, finden wir zu Pt 1316 m, östlich vom Wagliseichnubel auf der Wasserscheide zwischen Grosser und Kleiner Emme. Nun durch den Bergwald rechts hinauf zum Gasthaus und Ferienheim Salwideli.

Es lohnt sich, hier bei der weiten Rundsicht etwas zu verweilen. Wir schauen zu den hellen Karrenfeldern der Schrattenflue, zum imposanten Hohgant und direkt vor uns liegt der Brienzergrat vom Tannhorn zum Brienzer Rothorn.

Weniger geübte Wanderer, welcher dieser doch recht anstrengenden „Königsetappe“ etwas ausweichen möchten, steht der Abstieg zur Postautohaltestelle (→) Südelhöchi offen. Wir aber wandern auf gutem Alpweg in einem Rechtsbogen durch den Wald und weiter durch die nordisch anmutende Landschaft zur Alp Blattenschwand. Das Gebiet Salwiden – Husegg zeichnet sich ganz besonders durch grossräumige intakte Moorgebiete aus. In grossen Kehren gewinnen wir zunehmend an Höhe. Über die Alpen Blattli (1475 m), Blatten (1542 m, → Sörenberg), gelangen wir in den Sattel der Blattenegg (1637 m, → Sörenberg).

Es folgt nun der Steilaufstieg, welcher Trittsicherheit und Ausdauer verlangt. Es geht hinauf in die Felslandschaft des Chruterenboden. Noch etwas unterhalb des Brienzergrates zweigen wir links ab. Der Bergpfad führt durch das sogenannte Lättgässli in die sonnige Südflanke des Schöngütsch. Die geradezu überwältigende Aussicht lässt die Mühen des Aufstieges rasch vergessen. Freie Sicht haben wir zu den Berner Alpen, ins Haslital, zum Brienzer- und Thunersee. Mühelos erreichen wir die Station Rothorn und östlich des Berghotels den 2349m hohen Gipfelpunkt des Brienzer Rothorn (→ Brünig).