Etappenbeschrieb: 1. Etappe: Langenthal – Huttwil / Ufhusen

Angenehme, mehrheitlich flache Einstiegswanderung von Langenthal zur barocken Klosteranlage St. Urban, hinauf durch das idyllische Tal der Rot, mit traditionellen Wässermatten. Weiter zur Burgruine Grünenberg und über das Hochplateau von Gondiswil. Weiter Blick über den Jura, zum Napfgebiet und in die Berge. Ab Gondiswil stehen zwei Möglichkeiten offen: zum Städtchen Huttwil oder zum Hügeldorf Ufhusen.

Wanderzeit 6-7 Std.

Höhenprofil der Etappe 1, Langenthal - Huttwil:

Hoehenprofil der Etappe 1
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Etappenbeschrieb St. Urban – Huttwil / Ufhusen

Text: Werner Langenegger. Überarbeitung: Werner Stirnimann

Angenehme, mehrheitlich flache Einstiegswanderung von St. Urban (447m ü.M.) entlang des idyllischen Tals der Rot und über das Hochplateau von Gondiswil. Weiter Blick über den Jura und die Napfkette. Ab Gondiswil stehen zwei Möglichkeiten offen: nach Huttwil oder Ufhusen. (6 bis 7 Std.)

Die weisse Barockfassade des ehemaligen Zisterzienserklosters St. Urban empfängt uns nach der Wanderung von Langenthal nach St. Urban. Bevor wir uns wieder auf den Weg machen, lohnt sich ein Gang in die Kirche mit ihrem berühmten, geschnitzten Chorgestühl. Wir verlassen St. Urban in südöstlicher Richtung an den beiden Weihern vorbei in Richtung Neuschür. Bei Pt 962 nach Süden zur Kantonsstrasse. Dieser folgen wir 200m, dann geht es rechts zu den stattlichen Gutsbetrieben Gross Sonnhalden und später Berghof. Weit ist nun der Blick ins Tal der Rot und gegen Norden zur Jurakette. Nach der Querung des Grosswaldes auf einem tief eingeschnittenen, historischen Hohlweg befindet sich rechts die rundliche Kuppe Isenhuet (620m). Solchen eiszeitlichen Geländeformen werden wir noch öfters begegnen. Nun erst ein Stück am Rande des Längeggwaldes entlang, dann absteigend und über die Kantonsstrasse in den Talboden der Rottaler Wässermatten.

Die Wässermatten an der Rot gehören mit jenen an der nahen Langeten zu den Landschaften von nationaler Bedeutung. Der natürlich mäandernde Lauf der Rot, durchgehend mit dichter Baumhecke bestockt, bildet exakt die Kantonsgrenze Luzern-Bern. Am Rande der Wässermatten finden wir zu Pt 528 m. Von hier sind es nur ein paar 100m bis in die sehenswerten Dörfer Altbüron  und Grossdietwil. Die Grenzpfadroute wendet sich jedoch gegen Westen und überquert auf dem Steg über die Rot zum zweiten Mal die Kantonsgrenze. Übers Ellbogenfeld zu Pt. 554 m, wenige Meter auf der Strasse, dann aufwärts zu den Höfen Ischerhubel. Als lohnender Abstecher befindet sich in nächster Nähe, am Weg ins Dorf Melchnau, die Burgstelle Grünenberg (Pt 615 m).

Unser Weg führt in südlicher Richtung in den Wald zum Babeliplatz (Pt 662 m). Der Platz dieser Wegspinne eignet sich vorzüglich für eine Rast. Weiter durch den gepflegten Wald des Horben und hinaus aufs weite Plateau mit guter Sicht zu den Alpen. Erst auf einem Feldweg, dann auf einem Teersträsschen ins nahe Dorf Gondiswil.

Variante Gondiswil – Huttwil

Gegenüber dem Gashof Rössli, beim schönen Dorfbrunnen aus Jurakalkstein, befindet sich der Wegweiserstandort 664 m. In Richtung Huttwil zwischen den Gebäuden abwärts zur Strassengabelung Huttwil-Auswil. Hier gleich linkerhand dem Fribach entlang zum Naturschutzgebiet des Gondiswiler Weiher, der aus einer ehemaligen Kohlegrube entstanden ist. Wir folgen dem Wiesenbächlein rechtsufrig zur Gondiswiler Mühle. Der Türsturz aus Sandstein trägt die Inschrift der Gebrüder Schär „Erneuert anno 1841“, dazu das verzierte Müllersiegel. Das intakte Mühlenwerk wird seit 1908 nicht mehr mit Wasserkraft betrieben.

Von der Mühle erst auf dem Strässchen bis zum Hof auf der Anhöhe, dann durch zwei Waldstücke zur Brüggenweid (Pt 683 m). Weiter über die Lichtung Rörlerweid und nahe dem schönen Weiler Ettishüseren, am Waldrand entlang zum Huttwilberg. Einzigartig der Weitblick in die Innerschweizer Berge, zur Pilatuskette und zum nahen Napfbergland. Von der Waldecke (Pt 713 m) geradeaus übers Feld an den Rand des Plateaus und weiter zum Soldatendenkmal. Direkt unter uns liegt das Städtchen Huttwil. Beim Lärchenwäldli mit schönem Rastplatz geht’s auf steilem Weg abwärts zum ersten Etappenziel. Huttwil wurde im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts als Städtchen befestigt. Seine heutige, biedermeierliche Gestalt erhielt der Ortskern um die reformierte Kirche und den Brunnenplatz nach einem Brand im Jahr 1834.

Variante Gondsiwil – Ufhusen

Vorm Dorfplatz Gondiswil auf der linken Strassenseite am Spycher vorbei und nach 150 Metern auf das links abzweigende Quartiersträsschen. In südöstlicher Richtung an den Höfen Zälg vorbei dem Walde zu. Der gute Waldweg folgt den Geländekurven zum Hof Honeten. Dann geht’s auf steilem Fahrweg abwärts, nach rechts über den Bach und zur nahen Haltestelle Gondiswil des Bürgerbusses.

Mit dem Bahnübergang überschreiten wir gleich wieder die Kantonsgrenze. Der Grenzstein ist mit dem Jahr 1947 datiert. Wir queren die Kantonsstrasse, dem Weidezaun entlang zum Gehöft Weierhus hinauf und auf das Gütersträsschen. Etwas oberhalb bei der Verzweigung wählen wir den Weg rechts dem Gummenwald zu. Nur wenige Meter durch den Weg, dann links aufwärts in Schlaufen ausholend aufs offene Feld. Der gut sichtbare Wegweiser lässt uns die Wahl, nach links auf direktem Weg zum Dorf Ufhusen oder auf der Route bleibend auf dem Feldweg weiter zur Strasse Huttwil – Ufhusen.

Das Dorf Ufhusen liegt exponiert auf einem Hügel, durch das heute die Strassen- und Bahnverbindung zwischen Huttwil und Willisau führt. Die historische Strassenverbindung führte jedoch durch das Dorf. Auf der höchsten Stelle dominiert die Pfarrkirche St. Johannes, die 1780 von J. Singer neu erbaut worden ist.