Etappenbeschrieb: 4. Etappe: Trubschachen / Escholzmatt – Marbach / Schangnau

Durchs einst umstrittenes Grenzgebiet Emmental-Entlebuch dem imposanten Hohgant und den Berner Alpen entgegen. Mit unvergleichlichen Blicken zurück ins Napfgebiet. Sowohl für den Aufstieg auf den Rämisgummen, 1257 m.ü.M., wie für den Abstieg vom Wachthubel, 1415 m.ü.M., stehen zwei gleichwertige Möglichkeiten über jeweils bernisches oder luzernisches Gebiet offen. Sowohl von Schangnau wie von Marbach führen Wanderwege zur Marbachegg und von da bis zum Kemmeribodenbad weiter durch eine intakte Natur- und Kulturlandschaft.

Wanderzeit ca. 5 Std.

Höhenprofil der Etappe 4,Trubschachen- Marbach:

Hoehenprofil Etappe 4

Wanderland Höhenprofil der 4. Etappe als pdf (133 KB) Externer Link

 

Etappenbeschrieb Wiggen oder Trubschachen bis Schangnau oder Marbach

Text: Werner Langenegger. Überarbeitung: Werner Stirnimann

Durchs einst umstrittenes Grenzgebiet zwischen Emmental und Entlebuch dem imposanten Hohgant und den Berner Alpen entgegen. Sowohl für den Aufstieg auf den Wachthubel (1415 m ü. M.) wie für den Abstieg stehen zwei Möglichkeiten offen. (ca. 6 Std.).

Variante Trubschachen – Marbach

Vom Bahnhof Trubschachen auf direktem Weg zur Ilfis, über den Steg ans andere Bachufer und weiter Richtung Underbärge sowie Vorder und Hinder Ischlag und hinauf zur Chäserenegg (Pt  1257). Von hier lohnt sich je ein kleiner Abstecher zur Geissholle bzw. zum Bergrestaurant Erika (inkl. Käse vom Schattenhang) sowie bis Mittler Rämisgumme (Käse vom sonnseitigen Hang) oder auch hinauf zum Rämisgummehoger (Pt 1301).

Wir stehen auf der prächtigen Aussichtswarte Rämisgummenhoger 1301 m. Einladend zu verweilen, ist das weite Blickfeld kaum zu überbieten. Die Gratlinien der Beichlen, der Schrattenflue und des Hohgant vor uns! Dazwischen zeigen sich die Oberländer Berge mit der Wetterhorngruppe, Lauteraar- und Schreckhorn, das Finsteraarhorn und die Fiescherhörner. Gegen Norden das Napfgebiet und die ferne Jurakette. Fürwahr, wir befinden uns auf einer wundervollen Wegstrecke hoch über dem oberen Entlebuch und dem Oberemmental.

Unser Grenzpfad führt über die Alpen Hinter Rämisgummen, Grosshorben zum Wachthubel 1414 m. Direkt vor uns liegt nun der massige Aufbau des Hohgant. Wir schauen hinüber zur Marbachegg und zum markanten Felskopf des Schibengütsch. Diese Bergkette wird in der Talenge von Kemmeriboden in einem tiefen Einschnitt unterbrochen.

Der Abstieg nach Marbach erfolgt vom Wachthubel zum Günhorn und über die Buschachenegg zum Hof Buschachen (1073 m). Hier teilen sich die Wege, auf beiden gut markierten Routen ist das Dorf Marchbach problemlos zu erreichen. Seit 1952 hat sich Marbach zum Wintersport- und Sommerferienort entwickelt, unter anderem wegen der Gondelbahn auf den Aussichtspunkt Marbachegg. Daneben lohnt jedoch auch der Dorfkern einen Besuch. Er entstand in seiner heutigen Form nach einem Dorfbrand 1808. Die Häuser wurden damals auf den alten Grundmauern wieder aufgebaut. Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1872 von W. Hanauer in Neurenaissanceformen erbaut.

Variante Escholzmatt – Schangnau

Von Escholzmatt (858m) wählen wir zuerst den Wanderweg Richtung Schwendelberg und besichtigen die wunderschön gelegene Kapelle St. Anna selbdritt (Pt 1056). Von hier aus geht es über Sampech und Grossbode mit schöner Fernsicht hinab durch den Wald zur ehemaligen SBB-Station Wiggen und weiter der Ilfis entlang gegen Wiggen Dorf. Gleich nach der Post rechts über die Brücke und zum nahen Hof. Links der grossen Scheune leitet ein gut sichtbarer Graspfad in die steile Flanke zum Wald hinauf. Das Weglein führt einer Lichtung entlang, an einem älteren Gehöft vorbei. Die Weide hinauf, die Wegzeichen weisen wieder in den Wald. Beim Waldaustritt erinnert eine beschriftete Holztafel an den Wanderwegbau vom Herbst 1996.

Nun auf dem Gütersträsschen bis zum ersten der Binzberghöfe etwas abwärts, dann rechts haltend, zwischen den Gebäuden auf den Naturweg. Der schöne Grasweg führt durch zwei Weidetore an einer Scheune vorbei in Kehren abwärts. Wir haben freie Sicht zur gegenüberliegenden Krete, unserer Aufstiegsroute über die Balmegg. Vom Hof auf der tiefer liegenden Geländeterrasse, durch eine Hohle steil hinunter zum Gasthaus Schärlig Bad, eine Oase der Ruhe, hier am Zusammenfluss von Schärlig und Churzenbach.

Für unsere Route zum Wachthubel benützen wir beide Bachübergänge, dann gleich über die Weide rechts hinauf in den Wald. Die erste Steilstufe überwinden wir auf einem Prügelweg, dann folgt der Pfad exakt der Gratlinie. Bald schauen wir auf den Talboden zum Kirchlein und den Häusern von Färberhus. Der wundersame Kretenweg schafft uns keinerlei Mühe, die Stille lässt unseren Gedanken freien Lauf. Wir geniessen den Weg und die Stille, einsam die Lichtung mit dem Stall und dem mächtigen Bergahorn. Bereits ausgangs Waldes sichten wir auf dem Sattel den Hof Balmegg. Auf dem Kulminationspunkt 1177 m steht ein einfaches Holzkreuz. Stets der Krete folgend, erreichen wir beim Wegweiserstandort Brunnenboden 1235 m, nahe der Alp Grosshorben, den Weg vom Rämisgummen auf den Wachthubel und damit die Kantonsgrenze. Natürlich kann ab Schärligbad auch der Wanderweg über Sattel hinauf zur Geissholle mit dem Bergrestaurant Erika gewählt werden.

Den Wachthubel (1415 m), diesen prächtigen Aussichtsberg, verlassen wir erst gegen Südosten in Richtung Meisenegg. Bei der Weggabelung Pt 1415 halten wir links, dann in einem Bogen der Krete zu. In einer Kehre durch den Wald und über Weiden geht’s hinunter nach Schangnau. Ebenso gut könnte als Variante auch der Abstieg über die Meisenegg gewählt werden.